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Heinz-Mittelmeier-Preis 2026 würdigt Forschung zur Inlay-Adhäsion in der Keramik-Keramik-Hüftendoprothetik

Auf dem DKOU 2026 wurde der Heinz-Mittelmeier-
Preis an die wissenschaftlichen Mitarbeitenden Maximilian Uhler und
Mareike Schonhoff vom Universitätsklinikum Heidelberg verliehen. Die
ausgezeichnete Studie untersucht Inlay-Adhäsion und Inlayfixierung in
der Keramik-Keramik-Hüfttotalendoprothetik.

Heidelberger Forschungsteam auf dem DKOU 2026 ausgezeichnet

Auf dem DKOU 2026 wurde der Heinz-Mittelmeier-Preis an die wissenschaftlichen Mitarbeitenden Maximilian Uhler und Mareike Schonhoff vom Universitätsklinikum Heidelberg (UKHD) verliehen. Beide gehören zum Team unter der Leitung von Dr. J. Philippe Kretzer.

Ausgezeichnet wurde ihre Studie zur subluxationsinduzierten Inlay-Adhäsion und zum Einfluss der Impaktion auf die Prävention einer Inlayluxation in der Keramik-Keramik-Hüfttotalendoprothetik (Ceramic-on-Ceramic, CoC; Hüft-TEP).

Studienfokus: Adhäsion zwischen Kopf und Inlay sowie Inlayfixierung

Die Autoren untersuchten, ob die Adhäsion zwischen einem Keramikkopf und dem acetabulären Inlay (Liner) bei einer kurzzeitigen Subluxation zur Extraktion des Inlays beitragen kann. Bei einer teilweisen Separation des Gelenks kann der Flüssigkeitsfilm zwischen den eng anliegenden Keramikoberflächen einen saugnapfartigen Adhäsionseffekt erzeugen. Übersteigt diese Kraft die Haltekraft des Inlays in der Pfanne, kann das Inlay aus seinem Sitz herausgezogen werden.

Untersucht wurden zwei Keramiksysteme: Mathys SeleXys mit Ceramys®-Keramik und DePuy Synthes Pinnacle mit BIOLOX®delta-Keramik. Die Tests erfolgten mit Kopfgrößen von 28 mm und 36 mm.

Die Forschenden bestimmten:

  • die Kopf-Inlay-Adhäsion bei Distraktionsgeschwindigkeiten von 10–120 mm/s
  • die Inlayfixierung nach Montagekräften von 1, 2 und 4 kN
  • die Ausdrückkräfte gemäß ASTM F1820-13

Zentrale Ergebnisse der Publikation

  • Die Adhäsionskräfte erreichten bis zu 265,7 N.
  • Bei 28-mm-Köpfen stieg die Adhäsion mit der Distraktionsgeschwindigkeit und unterschied sich signifikant zwischen den beiden Systemen. Bei 36-mm-Köpfen blieb sie über die Geschwindigkeiten und Systeme hinweg ähnlich.
  • Nach einer Montage mit 1 kN lagen die mittleren Inlayfixierungskräfte zwischen 95,6 N und 385,5 N. In einigen Fällen lagen diese Werte unter den gemessenen Adhäsionskräften.
  • Die Fixierungsfestigkeit nahm mit der Montagekraft zu und war beim System mit dem kleineren Konuswinkel durchgehend höher: DePuy Synthes Pinnacle (5,0°) gegenüber Mathys SeleXys (9,5°).

Klinische Relevanz und Empfehlung der Autoren

Die Autoren verweisen auf Kadaverstudien, nach denen Traktionskräfte von 200–250 N das Hüftgelenk bereits um mehrere Millimeter distrahieren können. Kräfte dieser Größenordnung können plausibel bei intraoperativen Stabilitätsprüfungen oder in der frühen Physiotherapie auftreten.

Für die untersuchten Implantatsysteme empfehlen die Autoren, das Inlay mit mehr als 2 kN zu impaktieren, um das Potenzial für eine adhäsionsbedingte Inlayextraktion zu verringern. Zugleich weisen sie darauf hin, dass übermäßige Kräfte zu Keramikfrakturen oder einer Pfannenlockerung beitragen können und dass die Schwellenwerte für andere Implantatsysteme abweichen können.

CeramTec gratuliert Maximilian Uhler, Mareike Schonhoff und dem gesamten Heidelberger Team zu dieser Auszeichnung.

Originalpublikation: Uhler M, Schonhoff M, Jäger S, Bormann T, Kretzer JP. Subluxation-induced liner adhesion and the effect of impaction to prevent liner dislocation in ceramic hip arthroplasty. Bone & Joint Research. 2026;15(6):696–704. doi: 10.1302/2046-3758.156.BJR-2025-0615.R1

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